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Die Magistrale

Gesamtkonzept Verkehrserschließung Innenstadt Heidelberg

„Die Magistrale“ ist ein Verkehrskonzept für Heidelberg, dass den Hauptverkehr in der Innenstadt, ausgehend von der Ost-West Richtung, entflechtet, bündelt und auf größtenteils vorhandenen Verkehrsflächen führt. Die kreuzenden Nord-Süd Verkehre werden ebenfalls betrachtet und an den entscheidenden Knotenpunkten mit der Magistrale verknüpft. Das Konzept behandelt gleichberechtigt alle Verkehrsarten – motorisierter Individualverkehr, öffentlicher Nahverkehr, Radverkehr, Fußgängerverkehr.

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Die Trassenbeschreibung von Ost nach West

Karlstor -> Schlossbergtunnel -> Friedrich-Ebert-Anlage -> Gaisbergtunnel -> Adenauerplatz -> Kurfürstenanlage -> Römerkreis -> Kurfürstenanlage -> Hauptbahnhof -> Gneisenaustraße -> Anschluss B37/A656/Kreuz Heidelberg

Vorhandene  Straßenquerschnitte und Verkehrsflächen besser nutzen

Die Leistungsfähigkeit dieser Streckenführung wird erreicht durch die intelligente und effiziente Umgestaltung der Knotenpunkte sowie der weitgehenden Trennung von ÖPNV und Individualverkehr mit möglichst wenig Kreuzungspunkten. Insgesamt wird weniger Verkehrsfläche benötigt als im Bestand vorhanden. Die Strecke hat eine Länge von ca. 5.600 m, davon verlaufen auf 1 Spur – 2.200 m / 2 Spuren – 1.900 m / 3 Spuren – 1.500 m. (ca. Angaben, – jeweils pro Richtung)

Die Mehrwertalternative zum Neckarufertunnel

Im Vergleich zu dem geplanten Neckarufertunnel bietet die Magistrale einigen Zusatznutzen für die Gesamtstadt:

  • Langer verkehrsberuhigter Bereich am Neckar vom Karlstor bis zur Ernst-Walz-Brücke in Bergheim. Deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität für die Altstadt und für Bergheim.
  • Gute interne Altstadterschließung für Berechtigte und Besucher. Von Süden mit direktem Anschluss an die Magistrale,  von Norden über den Verkehrsberuhigten Bereich am Neckarstaden (Promenade).
  • Kurze / direkte Anbindung von 5 Parkhäusern in der Altstadt.
  • Verbesserte Anbindung des Einzelhandels in der südlichen Altstadt / Plöck / Friedrich-Ebert-Anlage.
  • Beruhigung der nördlichen Friedrich-Ebert-Anlage, Rückbau zum „Boulevard“ mit großzügigen Flächen für  Fußgänger und Radfahrer, Kurzzeitparkplätze für Einkäufer.
  • Verkehrsberuhigung der Plöck, freier KFZ-Verkehr nur noch zwischen Nadlerstraße und Friedrich-Ebert-Platz.
  • Entlastung der Plöck durch Schaffung einer Schnellverbindungs-Achse für Radfahrer in der nördlichen Friedrich-Ebert-Anlage.
  • Verbindung von Adenauerplatz und Stadtgarten zu einer großzügigen innerstädtischen Grünfläche mit Anbindung an den Gaisberg als Naherholungsbereich.
  • Befreiung des Bismarckplatzes aus seiner „Verkehrsinsellage“ durch Bündelung des Nord-Süd-Verkehrs in einer neuen Unterführung in der Sofienstraße. (Länge ca. 400 m). Direkte Anbindung des Parkhauses Darmstädter-Hof an die Unterführung.
  • Verlagerung der Haupt-Umsteigestelle des ÖPNV Zentrum Heidelberg vom Bismarckplatz  in die Rohrbacher Straße gegenüber Menglerbau und Carree. Durch die Herausnahme des KFZ-Verkehrs aus diesem Bereich entsteht genug Raum für Gleise und direkte Bahnsteig-zu-Bahnsteig Umsteigemöglichkeit. Das Umsetzgleis am Bismarckplatz kann entfallen.
  • Möglichkeit zur Neugestaltung des Bismarckplatzes als städtischer Platz mit hoher Aufenthalts-, Einkaufs- und Erholungsqualität.
  • Neuordnung der Verkehre in der Kurfürstenanlage. Bündelung des KFZ-Verkehrs jeweils auf einer Seite, dadurch entstehen auf der anderen Seite großzügige Räume ohne KFZ-Verkehr dafür mit ÖPNV-Anschluss und Aufenthaltsqualität.
  • Verbesserung der  Querungsmöglichkeiten.  Es werden alle vorhandenen Fuß- und Radwegquerungen der Magistrale entsprechend ertüchtigt und in das neue Gesamtsystem integriert. Im Bereich der Kleinschmidtstraße gibt es eine neue Querung für Rad- und Fußverkehr. Am Adenauerplatz entsteht eine neue Querung als Fuß- und Radwegbrücke in Verlängerung der Gaisbergstraße. An der Friedrich-Ebert-Anlage wird der Übergang zum Gaisberg über die geplante Überdecklung im Anschluss an den Gaisbergtunnel erleichtert.
  • Der Knotenpunkt Römerkreis wird durch die Verlegung des Ost-West-Verkehrs auf die Nordseite deutlich Leistungsfähiger. Die Querungen mit dem ÖPNV entfallen für diese Hauptrichtung komplett.
  • Der Knotenpunkt Hauptbahnhof / Kreuzung Mittermaierstraße – Kurfürstenanlage wird durch den Ersatz der Linksabbiegerphasen durch eine Querspange im Süden für beide Richtung deutlich Leistungsfähiger. Der Bahnhofsvorplatz wird nur noch über einen Anschluss angeschlossen, auch hierdurch entfallen zusätzlich Störungen für den Nord-Süd-Verkehr.
  • Die ÖPNV-Station Hauptbahnhof wird an den Bahnhof herangerückt, der KFZ-Verkehr verläuft nördlich davon. Der Zugang zum Bahnhof für Fahrgäste des ÖPNV wird deutlich verbessert.
  • Auf dem nördlichen Bahnhofsvorplatz wird ein Fahrradparkhaus vorgeschlagen. Dieses ist zum einen über großzügige, weitgehend vom KFZ-Verkehr unabhängige, Radwege entlang der Magistrale mit der Innenstadt und auf westlichen Seite mit Wieblingen und über den Wehrsteg mit dem Neuenheimer Feld verbunden.
  • Nord-westlich des Hauptbahnhofes wird ein P+R Parkhaus vorgeschlagen, das direkt an die Magistrale angebunden ist und so als Anreiz zum „Umsteigen“ für den Nahverkehr aber auch für den Fernverkehr dienen kann.
  • Die Anbindung an die B37 / Autobahnanschluss A656 / A5 erfolgt direkt und störungsfrei über die Gneisenaustraße ohne Umweg über Czernyring und Bergheimer Straße.
  • Die Verknüpfung an die B37 / Autobahnanschluss A656 / A5 erfolgt über einen Kreisverkehr, der zugleich Verkehre aus Wieblingen und Bergheim West an die Magistrale anbindet.
  • Direkt am Stadteingang West werden die Verkehre Richtung Neckartal, Heidelberg Süd und Innenstadt separiert von den Verkehren in Richtung Neuenheimer Feld und Heidelberg Nord. Dies führt zu einer deutlichen Entlastung des Zubringers Neuenheimer Feld über die Vangerowstraße. (Optimierungsvariante als Alternative zur 5. Neckarquerung)

Optionen:

  • Straßenbahn in die Altstadt durch die beruhigte nördliche Friedrich-Ebert-Anlage.
  • Integration des Konzeptes „Neue Mitte“ insbesondere hinsichtlich des Einzelhandels.
  • Integration des Konzeptes „UNIverCITY-Shuttle“ zur weiteren Verbesserung der Erschließung Neuenheimer Feld.

Präsentation „Die Magistrale“ stand 3.12.2009:

Die Magistrale – doppelt so viel Stadt am Fluss
Vorwort
Die BÜRGER FÜR HEIDELBERG haben eine lange Tradition, sich für die Stadt am Fluss zu engagieren. Schon 1975 propagierten sie Heidelberg am Neckar und nicht an der B37 und widersetzten sich erfolgreich dem Ausbau des Neckarstadens zu einer 4-spurigen Durchgangsstraße am Fluss. In dieser Tradition standen in den Jahren 1998/99 auch die Vorschläge zum Bau eines Königstuhltunnels.
Inzwischen hat sich vieles verändert. Es gibt ein gut funktionierendes S-Bahnsystem, das wegen seines großen Erfolges weiter ausgebaut wird. Die Automobilindustrie steht vor einem Umbruch hin zu kleinen und umweltschonenden Fahrzeugen. Das Umwelt- und Kostenbewusstsein der Bevölkerung wächst und mit ihm die überlegte Nutzung des Autos sowie die Einsicht in die Notwendigkeit nachhaltiger Ressourcenschonung.
Als Konsequenz aus diesen Erkenntnissen setzen die BÜRGER FÜR HEIDELBERG auf stadt- und verkehrsplanerische Lösungen, die diese Entwicklungen besser berücksichtigen. Hierzu schienen uns die verschiedenen Vorschläge der Gruppe studio-mobile-concepts, der NahverkehrsBeratung Südwest und des VCD Kreisverband Rhein-Neckar eine gute Grundlage. Zusammen mit diesen Unternehmen formten die BÜRGER FÜR HEIDELBERG ein Arbeitsteam und engagierten sich finanziell, um ein übergreifendes Konzept für die Stadt am Fluss zu entwickeln, das auch Lösungsansätze für Bismarckplatz, Römerkreis, Bahnhofsplatz und Autobahnzubringer Bergheim einschließt.
Wesentliche Merkmale des Konzeptes sind
Effiziente Nutzung vorhandener Straßentunnel (1,4 km) und Straßenräume
Intelligente Entflechtung von ÖPNV, MIV, Radfahr- und Fußgängerverkehren
Schaffung fußgängerfreundlicher Beziehungen und Aufenthaltsräume
Ausbau attraktiver Einkaufsboulevards
Altstadt und Bergheim rücken an den Fluss – also die doppelte Uferlänge
Realisierung des Konzepts in mehreren leichter finanzierbaren Baustufen
Die Magistrale soll ein konstruktiver Beitrag sein, um das hohe Ziel Stadt am Fluss auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu erreichen: mit ökologisch nachhaltigen Mitteln, mit vergleichbaren Kosten und hohem Nutzen für die ganze Stadt.
Die BÜRGER FÜR HEIDELBERG danken ganz besonders den Architekten und Stadtplanern Nils Herbstrieth und Uwe Weishuhn, den Verkehrsplanern
Dr. Felix Berschin und Stefan Liebendahl sowie Ingolf Hetzel, dem VCD Vertreter, für ihre höchst qualifizierte und engagierte Arbeit.
Heidelberg im November 2009
Der Vorstand der
BÜRGER FÜR HEIDELBERG
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Flug von West nach Ost:

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