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Heidelberg – Stadt an den Fluss?

Im Jahr 2005 gab es kaum eine Diskussion um das Thema Stadt am Fluss. Die letzte offizielle Untersuchung lag 7 Jahre zurück – Neckarufertunnel Heidelberg, Hydrogeologie und tunnelbautechnisches Konzept des Ing. Büros Bung. Das Ergebnis war wohl, dass ein Neckarufertunnel machbar ist und damit hat man sich dann erst mal zufrieden gegeben. Die Situation am Neckar selbst bleibt hingegen unverändert gleich, seit 30 Jahren keine Veränderung, keine Aufenthaltsqualiät, keine gestalterische Qualität, keine räumliche Qualität.

Wenn diskutiert wurde, dann immer nur in Verbindung mit einem Tunnel, der den Neckarstaden vom Verkehr befreien soll.  Konzepte für Verbesserungen ohne Tunnel waren bis 2005 nicht bekannt. Die Vorstellungskraft reichte und reicht auch heute noch nicht aus, sich eine Verbesserung der Situation mit Aufenthaltsqualität an diesem Ort vorzustellen. Der Verkehr auf der B37 blockiert hier jeden weiteren Gedanken. Die B37 ist zwar eine Hauptverkehrsachse, das Verkehrsaufkommen ist hoch – der Ausbau jedoch eher schlecht. Auch für die Autofahrer ist es nicht unbedingt ein Vergnügen den Bereich zwischen Alter Brücke und Stadthalle zu

passieren. Die Straße ist nur zweispurig, Ampeln, Bushaltestellen, Abbiegemöglichkeiten zu Seitenstraßen und Parkhäusern behindern den Verkehrsfluß, der in diesem Bereich eher selten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 30 km/h ermöglicht. Interressanterweise gibt es keine 500 Meter entfernt eine Parallelstrecke die auf der Distanz zwischen Karlstor und Sofienstraße zu 60% bereits im Tunnel verläuft und die restlichen 40% vierspurig ausgebaut ist.

Zur Zeit werden endlich längst überfällige Voruntersuchungen durchgeführt. Untersucht wird was machbar ist, welche Möglichkeiten für Ein- und Ausfahrten es gibt, wie die Erschließung der Altstadt und der Parkhäuser aussehen soll und einiges mehr. Am ??????? wurden erste Zwischenergebnisse dem Stadtentwicklungs- und Verkehrsausschuss vorgestellt. Inzwischen müssten die Endergebnisse vorliegen. Jetzt schon klar ist, dass eine großzügige und vollig autofreie Grün- und Fußgängerzone a la Düsseldorf nicht möglich sein wird.

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Für die Situation am Neckarstaden wäre eine Tunnellösung die erste Wahl. Um so weniger Verkehr dort fließt um so besser ist die Anbindungsmöglichkeit an die Altstadt und die Aufenthaltsqualität. Das Verhältnis von Kosten zu Nutzen, Vorteilen zu Nachteilen ist aber letztendlich ausschlaggebend für eine Entscheidung pro oder kontra Neckarufertunnel. Was bekommen die Heidelberger fürs Geld – ist es die großzügige Grün- und Fußgängerzone, sind es nur einzelne Plätze oder vielleicht nur ein etwas breiterer Gehweg neben Anliegerstraße und Busspur. Was sind die Nachteile – wie sehen die Ein- und Ausfahrten aus, Funktioniert die Erschließung der Altstadt noch, sind die Folgekosten für Heidelberg tragbar? Viele Fragen gilt es zu klären bevor sich der Gemeinderat letztendlich entscheidet und das Land Baden-Wüttemberg die Förderfähigkeit prüft.

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Unser Konzept „Stadt am Fluss light“ wurde nicht ersonnen um einen Tunnel zu verhindern. Vereinfacht gesagt war damals die Devise: Besser das als gar nichts. Im Grunde gilt das heute noch, eigentlich ist es aber noch viel mehr. Diese Idee ist hervoragend als Zwischenlösung geeignet um die Lücke zwischen jetzt und der wie auch immer aussehenden Endlösung zu schließen. Darüber hinaus ist das Konzept auch geeignet die Endlösung auf Wasserniveau zu ergänzen. Die zukünftige Neckarpromenade liegt etwa 2,80 m über dem Wasserniveau.

Stadt am Fluss light mit Tunnel

Momentan gilt es also abzuwarten bis die Ergebisse der Voruntersuchungen vorliegen und veröffentlicht sind. Auf dieser Grundlage gilt es dann abzuwägen welche Variante die richtige ist.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Der Heidelberger Tunnel trifft überhaupt nicht den Bedarf: Der gesamte Durchgangsverkehr muß sich über diesen Engpaß durchquälen, was durch den Tunnelbau nicht geändert wird.
    Ein Tunnel unter dem Heiligenberg, der Beginn zwischen Handschuhsheim und Dossenheim, der Ausgang im Bereich Stift Neuburg. Dazu eine Abzweigung im Tunnel Richtung Stadtmitte, Ausgang etwa beim Philosophenweg. Zum Beispiel könnte der Zugang zum Parkhaus gleichzeitig Tunnel-Eingang sein. Direkter Zugang zur Theodor-Heuss-Brücke!

    Ein solcher Tunnel würde den gesamten Verkehr im Neckartal bei Heidelberg in ganz besonderem Maße entlasten.

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